Wettbewerb Südschnellweg Hannover   Bearbeitungszeit: 2015 In Zusammenarbeit mit dtp Landschaftsarchitekten, Büro Stadtverkehr, Schlaich, Bergermann und Partner Beitrag zum Wettbewerb für den Neubau des Südschnellwegs in Hannover. Schade. Es haben nur Tunnellösungen gewonnen. An Wettbewerben nehmen wir ungern teil, weil wir glauben, dass wirklich gute und umsetzbare Ideen - gerade bei komplexen Planungsaufgaben - eher im Dialog miteinander entstehen und dass ein anonymes und steifes VOF Verfahren diese dringend notwendige Kommunikation fast unmöglich macht. Aber wenn die Aufgabe reizt, macht man mal eine Ausnahme. Der Südschnellweg in Hannover als Entwurfsthema klang spannend. Die vierspurige, derzeit stauanfällige Straße wird heute teils als Hochstraße geführt. Diese Teile sind abgängig und es stellt sich nun die Frage, durch welche Straßenform (Tunnel, Trog, Hochstraße oder plangleiche Lösung) das Verkehrsaufkommen und der Knotenpunkt an der Hildesheimer Straße etwas stadtverträglicher organisiert werden kann. In unserem Entwurf haben wir uns ganz bewusst gegen eine Tunnellösung entschieden, denn der Tunnel ist die mit Abstand teuerste Lösung für den Bund und der Tunnel nimmt den dort bereits ansässigen Gewerbebetrieben die wichtige Sichtbeziehung auf die Straße. Wir haben stattdessen eine Trogvariante entworfen, die durch einen leichten Schwung im Trassenverlauf einen hinreichend Abstand zu der schützenswerten gründer- zeitlichen Bebauung schafft und dem Gewerbegebiet gleichzeitig die Möglichkeit gibt, sich neu zur großen Straße zu öffnen. Es entsteht ein Ort für Flow Design: Medienscreens, Werbung an den Fassaden, die mit der Fahrdynamik und Geschwindigkeit der Straße spielen. Ein gut gefasster Ort mitten in der Stadt für eine etwas suburbanere Lebensform mit Fast Food und Fast Culture. Autogerechte Stadt 2.0. Aber das war dem Preisgericht dann doch zu viel. Im Preisgericht waren die Ab-in-den-teuren-Keller-mit–dem-bösen- Verkehr-Varianten deutlich bevorzugt. Vielleicht sind das Nachwehen in Hannover. Nach dem damals mutig visionären Schritt zur autogerechten Stadt ist jetzt erstmal Schluss mit Flow und Fahrspaß und man will im Stadtkörper nun rückbauen, reparieren, wiederherstellen und rekonstruieren was das Zeug hält – auch an Orten, die eigentlich schon ganz gut und ganz anders ticken. Sind die 1980er nicht eigentlich vorbei? Wo bleibt Zweiten Moderne oder gar digitale Moderne in Hannover? Na, gut - seufz - kann man nix machen. Pragmatismus im Umgang mit dem Erbe von Hilbersheimer oder die Fähigkeit, die vielen Schnell- straßen der Stadt als Chance zu sehen, entspricht (noch) nicht dem Zeitgeist. Schade.  Und uns ärgert – selbstkritisch – dass wir im Entwurf doch vorsichtig geblieben sind und beim Thema Flow Design und Smart Street nicht voll auf die Tube gehauen haben. Nächstes Mal..