Schiffbrücke Flensburg - Stadt in Bewegung Bearbeitungszeit 2014 Auftraggeber Stadt Flensburg Die Schiffbrücke ist eine zentral gelegene Fläche direkt an der Flensburger Förde. Sie wird derzeit als Parkplatz genutzt. Da der Hafen eine besondere Stellung als Anziehungspunkt in der Stadt Flensburg einnimmt, wurde immer wieder der Wunsch geäußert, Flächen entlang der Förde in den stadtplan-erischen Fokus zu nehmen und die Schiffbrücke für neue Nutzungsformen zu öffnen. Im Sommer 2014 führte orange edge in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Entwicklung und Innovation der Stadt Flensburg ein partizipatives Verfahren zur Zukunft der Schiffbrücke durch. Im September 2014 wurde ein Drittel des Parkplatzes für eine Aktionswoche zu einer Freifläche. Ziel war es, die Schiffbrücke zusammen mit der Bevölkerung, den Verantwortlichen und den lokalen Akteuren temporär neu zu gestalten. Dabei sollten drei Kernfragen geklärt werden: • Inwieweit werden Veränderungen von der Bevölkerung getragen? • Wie wird der Raum in der Zeit der Umnutzung wahrgenommen? • Welche Nutzungen stellt sich die Bevölkerung an dieser Fläche vor? Für das Beteiligungskonzept wurden etablierte Beteiligungsformate mit neuen kombiniert. Begonnen wurde mit einer Auftaktveranstaltung mit Workshop im Rathaus in Form eines World-Cafés. Dort wurde über das Verfahren informiert und es bot sich Raum für einen ersten intensiven Meinungsaustausch. Anschließend wurde mit der Aktionswoche vor Ort ein experimentelles Format eingeführt. Die Aktionswoche war ein niederschwelliges Angebot für Personengruppen, die sonst nur schwer zu erreichen sind (z.B. Eltern mit Kleinkindern, Touristen, Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Senioren, handwerklich Berufstätige oder Selbstständige). Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden der Öffentlichkeit auf der Abschlussveranstaltung vorgestellt und noch einmal diskutiert. Die Aktionswoche wurde für die Durchführung einer Befragung vor Ort genutzt. Das Mitwirkungsverfahren während der Aktionswoche wurde in einer Raum- beoachtung festgehalten. Im Fokus dabei standen die Aneignungsphasen vor Ort sowie die Erstellung eines Ausstattungskataloges. Zeitgleich untersuchte die Stadtplanung in einer Verkehrserhebung, welche Auswirkungen das reduzierte Parkplatzangebot in der Aktionswoche auf den Parkplatzsuchverkehr hatte. Das Beteiligungsverfahren hat deutlich gemacht, dass sich die große Mehrheit der Befragten einen behutsamen Transformationsprozess wünscht. Die Schiffbrücke und andere noch zu benennende Flächen an der Förde sollen sich zu einem maritim-freiraumplanerisch geprägten, attraktiven und touristisch wertvollen öffentlichen Raum mit durchgängigen Wegeverbindungen zum Spazierengehen und Radfahren entwickeln. Die dafür nötige sukzessive Verlagerung der Parkplätze an der Schiffbrücke hat im Einklang mit den Belangen der Betroffenen zu erfolgen. Grundsätzlich wird ein Vorgehen in iterative Schritten vorgeschlagen. SCHRITT 1 – SCHIFFBRÜCKE. Auf der Fläche an der nördlichen Spitze der Schiffbrücke sollte 2015 ein katalysatorisch wirkender Anfang gemacht werden. SCHRITT 2 – MODERNES MOBILITÄTSKONZEPT. Zur Qualifizierung der Parksituation ist ein Mobilitätskonzept für die nördliche Innenstadt zu entwickeln und umzusetzen. SCHRITT 3 – RAHMENPLAN „BLAUES BAND – STADT IN BEWEGUNG“. Neben der Schiffbrücke sind entlang der Förde weitere Flächen zu sondieren und durch Stegreifentwürfe vorzustrukturieren, die sich für qualifizierende Maßnahmen im Sinne eines urbanen Parks an der Förde eignen.